Thailand setzt seine Pläne für den Bau kleiner modularer Reaktoren, sogenannte SMRs, fort. Wie Beamte am 26. Oktober auf einer Fachkonferenz mitteilten, soll die erste Einheit im Jahr 2037 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Die Konferenz fand im Rahmen des technischen Kooperationsprojekts der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA mit dem Titel „Strengthening Thailand’s SMR Pathway: Strategy and Project Implementation“ statt. Gastgeber waren die Electricity Generating Authority of Thailand, kurz Egat, und die IAEA.

Sompop Pattanariyankool, stellvertretender Staatssekretär im Energieministerium, erklärte, dass sich der globale Energiesektor in einem bedeutenden Wandel befinde. Länder strebten danach, ihre Energiesicherheit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele zu verbessern. SMR-Technologie sei dabei eine zentrale Option innerhalb der nationalen Strategie Thailands für langfristige Energiesicherheit, wirtschaftliches Wachstum und den Übergang zu kohlenstoffarmen Energien.

Der Entwurf des Power Development Plan 2026 sieht vor, SMR-Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 9.000 Megawatt zu entwickeln. Der erste Reaktor soll eine Kapazität von 300 Megawatt aufweisen. Die Investitionskosten werden laut Siriwat Chedsi, dem stellvertretenden Gouverneur der Egat für Kraftwerksentwicklung und erneuerbare Energien, auf 60.000 bis 70.000 Millionen Baht geschätzt.

Derzeit läuft eine Vorstudie für das Projekt. Anfang 2027 soll ein führendes ausländisches Beratungsunternehmen beauftragt werden, um bei der Auswahl der Technologie zu unterstützen. Die Entscheidung bleibt dabei offen für SMR-Technologien aus allen Ländern.

Die Standortwahl erfolgt nach den Richtlinien der IAEA und berücksichtigt technische sowie sicherheitsrelevante Aspekte wie das Erdbebenrisiko und die Bereitschaft der Infrastruktur. Der Eastern Economic Corridor wird laut Siriwat derzeit vorläufig als möglicher Standort geprüft.

Hohe Preise für Flüssigerdgas sind ein wesentlicher Faktor, der das Projekt vorantreibt. Wie Siriwat ergänzte, haben die SMR-Anlagen eine Betriebsdauer von 60 bis 70 Jahren.